Egal für was du ChatGPT benutzt, sei es für die Uni, für ein Arbeitsprojekt oder ob du dein Business durch KI effizienter gestalten willst – es kommt darauf an mit ChatGPT RICHTIG umzugehen. Und um das Programm richtig zu bedienen kommt es auf die Eingaben, PROMPTs genannt, an.
Ein Prompt besteht aus einzelnen oder mehreren Sätzen, welche der KI möglichst ganz genaue Anweisungen geben, was es tun soll und wie das vom User gewünschte Ergebnis aussehen soll.
Mit den richtigen und klar formulierten Prompts kann ChatGPT eine Vielzahl von Aufgaben ausführen, die folgenden sind nur eine kurze Aufzählung:
- Inhalte für Webseiten oder Social Media generieren
- Programmiercode schreiben
- Komplizierte Konzepte, aus Mathematik oder Physik verständlich erklären
- Den Umgang mit Programmen wie Microsoft Excel erleichtern
- Bilder beschreiben
- Einen Zeitplan erstellen
- Lange Texte zusammenfassen
- Als persönlicher Assistent und Ideengeber agieren
- …Und unzählige mehr.
Wahrscheinlich hast du selbst schon ChatGPT für die oben aufgelisteten oder komplett andere Zwecke genutzt.
Es gibt jedoch einen Haken an der Sache. Wie bei fast jeder Mensch-Maschinen-Interaktion kommt es auch bei den Prompts in ChatGPT nicht darauf an ob du denkst dein Prompt war zielführend. Es kommt darauf an, ob ChatGPT deinen Prompt versteht, also die Maschine deine Eingabe optimal verarbeiten kann.
Denn obwohl sich die Interaktion mit ChatGPT durch die präzisen Textausgaben fast so anfühlt als würde man mit einem Kollegen auf der Arbeit sprechen, funktioniert ChatGPT doch ganz anders und man kann nicht in gleicher Weise mit dem Programm interagieren, wie man es mit Menschen tun würde. Es kommt darauf an, dass man in den Prompts die richtigen Signalwörter und Sätze benutzt, die die KI präzise interpretieren kann. Wenn die Anforderungen, die du an die Antwort von ChatGPT hast, also nicht genau formuliert sind, kann die KI sie missverstehen und ungenaue Antworten formulieren. Den Prozess, möglichst gute Prompts zu kreieren, wird Prompt-Engineering genannt.

Wie man die besten Prompts für ChatGPT schreibt:
Gute Prompts für ChatGPT beinhalten auch Hintergrundinfos und ergänzene Informationen, welche die KI mitverarbeiten kann. Damit das verständlich wird zeigen wir dies nun an einem Beispiel.
Zunächst ein Beispiel für einen schlecht formulierten Prompt:
„Kannst du mir helfen, einen guten Text zu schreiben?“
Dies ist nun äußerst ungeeignet, um passende Antworten zu generieren:
- Viel zu vage formuliert
- Zu allgemeingültig
- Die Frage an sich ist überflüssig, da es nur eine Höflichkeitsfloskel darstellt, und die eigentliche Frage erst im nächsten Satz kommen würde.
Auch ein Prompt mit dem kurzen Inhalt: „Schreibe mir einen Text für eine Webseite“ ist für ChatGPT vollkommen ungeeignet. Du siehst hier, dass jeglicher Kontext fehlt mit dem das Programm auch nur einen annähernd guten Text schreiben kann. Wie im vorherigen Beispiel ist es also wieder zu vage formuliert und es fehlt zum Beispiel die Info um welche Art von Webseite es sich handelt, worüber der Text handeln soll und wie die Zielgruppe aussieht, wovon wiederum der Schreibstil des Textes abhängen könnte.
Wie macht man es nun deutlich besser?
Ein guter Prompt sollte folgende Punkte beinhalten:
- Hintergrundinfos zu dir, damit die KI die Antworten besser personalisieren kann
- Eine Skizze der Zielgruppe die mit dem Text erreicht werden soll
- Dein Feedback zu vorherigen generierten Texten: Was hat dir gefallen und was soll angepasst werden.
- Angaben wie lange die Antworten von ChatGPT im Umfang sein sollen.
- Angaben zur Stimmung, Emotionen oder Keywords die in der Antwort benutzt werden sollen
Folgendes Schaubild stellt eine gute Prompt-Formel dar, an der du dich orientieren kannst:

Danach kann man den Prompt noch weiter verbessern, indem man die folgenden Tipps beachtet:
Die Zielgruppe klar beschreiben
Die Informationen über die Zielgruppe hilft ChatGPT, deine Ergebnisse genau auf die Bedürfnisse der Personen anzupassen, die du erreichen willst:
Sagen wir du willst einen Onlinekurs verkaufen, der junge Menschen bei der Nutzung von Trading-Strategien an der Börse unterstützen soll. Für deine Email Kampagne soll nun diese Zielgruppe angesprochen werden. Anstatt einfach nur „junge Menschen“ in deinen Prompt zu schreiben, kannst du dies nun genauer umschreiben und ChatGPT um folgendes bitten:
„Schreibe eine 200 Wörter Marketing Email, in freundlichem und leicht enthusiastischem Ton, die jungen Männern im Alter von 17-25, die gerade im Studium oder an Anfang ihrer Berufstätigkeit sind, dabei helfen soll einen Nebenerwerb durch maßgeschneiderte Trading-Strategien zu generieren. Gehe dabei auf die häufigsten Ängste der Zielgruppe, wie zu wenig Startkapital, wenig Börsenerfahrung und die Befürchtung am Anfang Fehler zu machen, ein.“
Wie du siehst, sagen wir dem Programm hier viel präziser was wir von ihm wollen und können somit auch Antworten von ChatGPT generieren, die wir tatsächlich weiter verwenden können.
Der Einstieg ist nun gemacht, aber um noch bessere Prompts zu generieren, kann man weitere fortgeschrittene Tipps befolgen.
Nenne Beispiele
ChatGPT zu sagen was dir gefällt und was dir nicht gefällt kann eine riesige Hilfe sein, bessere Prompts zu schreiben.
Dabei nutzen wir eine Technik, die dem Maschinellen Lernen oder Machine Learning sehr nahe kommt.
„Hier sind ein paar Beispiel was mir gefällt und was mir nicht gefällt.
Mir gefallen nicht: Lange Sätze, Emojis
Mir gefallen: Logisches Denken, schnell zum Punkt kommen.
Jetzt schreibe bitte einen Absatz zum Thema: „Die Geschichte von Bayern“ in einem Stil der meinen Vorlieben entspricht.“
Was du natürlich auch machen kannst, ist es Textabschnitte zu Copy und Pasten, welche dir entweder gefallen- oder nicht gefallen- und ChatGPT bitten, dies zu berücksichtigen.
Diese Technik wird „Few-Shot Prompting“ genannt.
Schrittweise Vorgehen und dem Modell regelmäßiges Feedback geben
Gerade wenn du komplexe Anfragen (Prompts) an ChatGPT schreibst kann es sich auch anbieten diese in mehrere Schritte aufzuteilen. In jedem Schritt konzentriert du deinen Prompt dabei auf einen Schwerpunkt und gibst dem Modell möglichst präzises Feedback. Dies ermöglicht dir, dich Schritt für Schritt zur bestmöglichen Antwort hinzubewegen, auch wenn der Ausgangsprompt noch nicht absolut perfekt ist.

Rollenspiele
Diese Technik funktioniert sehr gut für einige Anwendungsgebiete. Bitte ChatGPT eine spezielle Rolle einzunehmen und so zu antworten, wie es eine Person in dieser Position tun würde. Dies eignet sich etwa exzellent für das Training von Bewerbungsgesprächen, wo dann ChatGPT die Rolle des Personalchefs einnimmt. So kann ein gesamtes Bewerbungsgespräch trainiert werden, welches der Realität nahe kommen kann. Auch hier gilt wieder die anderen vorher genannten Tipps (präzise Hintergrundinfos zu deinem Werdegang, der Firma und dem Kontext …) beim Prompten zu beachten, um noch bessere Ergebnisse zu bekommen.
Eingabeformatierung optimieren
Die Prompts sollten ebenfalls gut strukturiert sein. Man kann hier, gerade bei längeren Prompts am besten mit Absätzen, Listen oder andere Formatierungen verwenden um die Informationen die dein Prompt enthält für ChatGPT klar verständlich ist.
Statt einer langen unformatierten Frage könntest du also klare Absätze und Listen verwenden:

Hilfreich kann es auch sein, immer mal wieder ein neues Fenster links in der Leiste von ChatGPT zu öffnen, da man bei einem neuen Fenster ganz von vorne starten kann und die KI „unbeeinflusst“ von vorherigen Prompts ist. Für technikaffine Nutzer gibt es noch weitere Methoden um die bestmöglichen Prompts zu erstellen. Zum Beispiel kann man eine sogenannte Chat Markup Language nutzen um mittels Code zu Prompten. Oder man nutzt gleich einen der KI-Prompt-Generatoren, welche im Netz verfügbar sind.
Doch ganz egal welche Methoden man anwendet, um seine Prompts zu schreiben, das wichtigste ist hierbei Geduld. Denn auch bei gutem Prompts kann es passieren, dass ChatGPT ins „Schwafeln“ kommt und Dinge erfindet, die es so gar nicht gibt.
Wenn man etwas herumexperimentiert und verschiedene Dinge ausprobiert bekommt man aber schnell ein gutes Gefühl dafür, worauf die KI am besten reagiert.
